Bei Haarausfall unterscheidet man grundsätzlich
zwischen:
1. Effluvium (aus dem lat. Ausfall): Dies bezeichnet den
Vorgang des über die Norm gesteigerten Haarausfalls.
Gesteigerter Haarausfall führt nicht notwendigerweise zu
einer Alopezie.
2. Alopezie / Alopecia : Dies bezeichnet ganz allgemein
eine sichtbare Lichtung des Kopfhaars, d.h. ein Zustand
mit abnorm "schütterem" Haupthaar oder mit haarlosen
Hautbezirken im Sinne einer Glatze. Alopezie ist damit
die Folge eines Haarausfalls.
Androgenetischer (erblich bedingter)
Haarausfall
Ursache für erblich bedingten Haarausfall
(androgenetische Alopezie) ist das Hormon DHT
(Dihydrotestosteron). Hierdurch hervorgerufener
Haarausfall ist genetisch bedingt. Wenn in der Kopfhaut
zuviel DHT vorhanden ist, wird die Wachstumsphase
(Anagenphase) des Haares verkürzt. Ein glatzköpfiger
Mann hat dementsprechend nicht weniger Haarfollikel als
ein Mann mit vollem Haarwuchs, lediglich die
Wachstumsphase des Haares ist derart verkürzt, dass es
kaum noch sichtbar hervortritt. Die Haarfollikel
degenerieren nach und nach. DHT entsteht aus der
Umwandlung von Testosteron. [Testosteron >(zwei Arten
des Enzyms 5-Alpha-Reduktase) > Dihydrotestosteron] DHT
ist sehr wichtig für die Entwicklung des männlichen
Embryos/Fötus und später in der Pubertät für die
Umwandlung vom Jungen zum Mann, verliert danach aber
vermutlich weitgehend seine Funktion. DHT hat aber
leider die negative Eigenschaft, die Haarfollikel auf
dem Oberkopf anzugreifen. Man spricht im Zusammenhang
damit bei männlichen Jugendlichen, bei denen dies
familiär gehäuft auftritt und meist am Vorderkopf und an
den Schläfen beginnt ("Geheimratsecken", "Stirnglatze"),
auch von Alopecia praematura oder simplex. Daher setzen
viele Medikamente darauf, das DHT zu unterdrücken oder
dessen Entstehung aus Testosteron zu hemmen.
Durch die Gabe eines Chemotherapeutikums wird die
Produktion eines Haares in der Haarwurzel kurzfristig
gestört. Im Anschluss wächst das Haar normal weiter aus der
Haarwurzel heraus. Kommt nun aber die fehlerhafte Stelle an
die Hautoberfläche, was je nach Wachstumsgeschwindigkeit
etwa 2-3 Wochen dauert, bricht es ab. Es "fallen"
büschelweise die Haare aus, wobei es eigentlich nur zu einem
massiven Abbrechen kommt. Die Haare wachsen fast immer nach,
da es eigentlich nie zu einer massiven Schädigung aller
Haarwurzeln kommt.
Durch lokale gezielte Kälteeinwirkung (Hypothermie) wird die
Durchblutung im Haarwurzelbereich nahezu unterbunden. Das
Chemotherapeutikum kann dann seine schädigende Wirkung an
den Haarwurzeln nicht entfalten. Dem Verlust der Haare wird
so entgegengewirkt. Keywords: Hypothermie-Kappe, Hypothermia
Cap, Frozen Cap, Elasto-Gel Cap.
Um die mögliche Ursache des Haarausfalls zu eruieren, wird die Durchführung folgender Bluttests empfohlen: Blutbild, Blutsenkung, Schilddrüsen- und Nierenfunktionsparameter, Eisen im Serum, Eisenbindungskapazität, Zink und Selen aus dem Vollblut, Calcium aus dem Serum und dem Vollblut,Transaminasen und Immunglobulin E (IgE)-Spiegel. Wichtig sind auch die Hormone Testosteron, Östrogen und Gestagen sowie die Antinukleären und Schilddrüsen-Antikörper.